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Thema des Monats

 
Ernährungstipps Hunde
 
Unsere Haushunde sind rasseunabhängig alle Nachkommen des Canis lupus, dem Wolf. Dieser ernährt sich hauptsächlich von Großwild (Pflanzenfresser wie Büffel, Elche, Hirsche), das er gemeinsam mit seinem Rudel erjagt.

Die Beute frisst das Rudel bis auf die Knochen komplett auf, d.h., auch die Eingeweide, wodurch er auch vorverdaute planzliche Nahrung aufnimmt. Nur wenn der Wolf einzelgängerisch leben muss, was selten vorkommt, bspw. wenn er vom Rudel verstoßen wurde, ernährt er sich von dem, was er alleine "bekommen kann", d.h., auch von kleinen Beutetieren bis hin zu Waldbeeren und Insekten, um zu überleben. Diese Ernährungsweise erklärt schon einmal, warum der Hund, anders als die Katze, kein reiner Fleischfresser ist (wobei auch die Katze nicht ausschließlich mit Fleisch ernährt werden sollte, s. dort).

Zudem haben im Laufe der über zehntausende von Jahren andauernden Domestikation des Haushundes eine Vielzahl nachweislicher Genomveränderungen stattgefunden, die unter vielem anderen auch die Verdaulichkeit pflanzlicher Nahrung betreffen. Beispielsweise haben Hunde im Gegensatz zum Wolf aufgrund dieser genetischen Veränderungen die Möglichkeit erhalten, Stärke, ein pflanzliches „Kohlenhydratpaket“ in ihrem Verdauungstrakt aufzuspalten und so zu verwerten, während es den Wolf nahezu unverdaut wieder verlässt, wenn es nicht durch die Beutetiere vorverdaut wurde.[Quelle: The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet; Erik Axelsson, Abhirami Ratnakumar,Maja-Louise Arendt, Khurram Maqbool, Matthew T. Webster, Michele Perloski, Olof Liberg, Jon M. Arnemo, Åke Hedhammar & Kerstin Lindblad-Toh, Englische Webseite nature.com]

Dies macht deutlich, warum Hunde auch Getreide in ihrer Nahrung verwerten können und dies keine unartgerechte Ernährung darstellt, wie oftmals behauptet wird. Rohes Fleisch als Futter für Hunde würde zwar der natürlichen Ernährung des Wolfes und anderer wildlebender Raubtiere entsprechen, birgt aber die Gefahr, dass über die Nahrung Krankheiten übertragen werden, insbesondere Parasiten, daher sollte nur Fleisch verwendet werden, welches auch roh für den menschlichen Verzehr geeignet und zugelassen ist. Rohes Schweinefleisch ist allerdings wegen der möglichen Übertragung der Pseudowut (Aujeszkysche Krankheit), einer unheilbaren und innerhalb von 24 Stunden tödlich endenden Virusinfektion, streng verboten!

Rohes Gemüse/ Obst sind zwar grundsätzlich nicht schädlich, können aber in der Regel besser verwertet werden, wenn sie erhitzt werden, andererseits werden beim Kochen viele Vitamine zerstört, d.h., Gemüse sollte gedünstet werden, wenn es Teil des Hundefutters wird. Hülsenfrüchte, Kohl und Zitrusfrüchte sind in aller Regel schlecht verdaulich und führen zu Durchfall oder anderen Magen-Darm-Störungen.
Wölfe und auch Wildhunde lassen die Knochen der Beutetiere zurück!
Sie "wissen", dass Knochen gefährliche Verletzungen im Magen-Darm-Trakt verursachen können und ferner, da Sie kaum verdaulich sind, zu schweren Verstopfungen führen. Unsere Haushunde "wissen" das häufig nicht mehr und nagen Knochen nicht nur ab, sondern fressen sie ganz auf. Deswegen sollten Hunden KEINE KNOCHEN gegeben werden!

Leider ist es nicht so einfach, den Hund ausschließlich mit selbstzubereitetem Futter zu ernähren, ohne Mangelerkrankungen hervorzurufen, da es sehr viel zu beachten gilt und man sich hierfür viel Zeit nehmen und sich aus seriösen Quellen sehr gut informieren sollte, es sei denn, man reichert dieses Futter mit bestimmten Nahrungszusätzen (Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen) an.

Verboten:
  • rohes Schweinefleisch (s.o.)

  • ausschließliche Fleischfütterung (führt zu schweren Mangelerkrankungen)

  • rein vegetarische Fütterung

  • ungesäuerte Milchprodukte (Milch, Sahne)

  • Über den Tagesbedarf hinausgehende Vitamin A und - D Zusätze

  • Fettiges, Gewürztes, Heißes, Kaltes, Süßes

  • für den Hund giftige Lebensmittel des Menschen:

  • Kakao (Schokolade!), Avocado, Weintrauben, Zwiebeln, Knoblauch

Geeignet und leicht verdaulich
  • Eiweißquellen: mageres Rindfleisch, Hüttenkäse, Geflügelfleisch

  • Kohlenhydratquellen: Reis, Kartoffelpüree ohne Milch, Nudeln

Welches Futter also und wieviel und wie oft? Die in Deutschland sich im Handel befindlichen Futtermittel für Hunde sind für einen gesunden, erwachsenen, nicht übergewichtigen und nicht trächtigen Hund grundsätzlich geeignet, da sie nur zugelassen werden, wenn sie bedarfsgerecht zusammengesetzt sind. Dabei ist das teuerste Futter bei weitem nicht immer das Beste! Eher als auf irgendwelche „Premiumangaben“ sollte in Zukunft, genau wie bei der menschlichen Ernährung, mehr Gewicht auf die Herkunft des Fleisches im Hundefutter hinsichtlich der Schlachttierhaltung geachtet werden – der Tierliebe wegen und wenn es der Geldbeutel zulässt.

Wir empfehlen eher Trockenfutter, da dies die Bildung von Zahnstein etwas reduziert. Wichtig ist ferner, dass das gewählte Fertigfutter dem Hund schmeckt und dass er es verträgt. (Futtermittelunverträglichkeit führt zu chronischem Durchfall und/oder zu Juckreiz/Haarausfall etc.). Es gibt keinen vernünftigen Grund für den Hund, ständig das Futter zu wechseln, um ihm „Abwechslung“ zu verschaffen. Dies führt im Gegenteil eher zu Magen-Darmerkrankungen wie Durchfall oder Nahrungsmittelallergien. Dasselbe gilt für die Auswahl all der Leckerlis. In der Natur spezialisiert sich ein Raubtier meist auf ein Beutetier und dann gibt es ein Leben lang jeden Tag Hirsch beispielsweise, und es schmeckt ihm jeden Tag erneut prächtig! Falls Futter gewechselt wird, sollte zunächst für ein paar Tage das alte mit dem neuen Futter gemischt werden, sonst kann es durch eine zu schnelle Umstellung zu Durchfall kommen, dies gilt insbesondere für Welpen und Junghunde!

Hunde sollten nicht ständig Zugang zum Futter (wohl aber zum Trinkwasser) haben, da sie dadurch übergewichtig werden. Wir empfehlen, den Hunden morgens und abends jeweils zehn Minuten Futter anzubieten.

Vor allem bei großen Rassen sollte die Tagesration des Futters auf mindestens zwei Portionen verteilt werden, um einer Überfüllung des Magens und damit der Gefahr der Magendrehung vorzubeugen. Ferner sollten die Hunde wie ihre wilden Artgenossen nach der Mahlzeit ca. zwei Stunden ruhen, zumindest jedoch nicht toben.
Falls Sie mehr über Hundefütterung wissen möchten, können wir Sie gerne individuell und detailliert beraten. Dies gilt besonders für die abweichenden Bedürfnisse bei Hunden im Wachstum, bei trächtigen Hündinnen und für spezielle Diäten aufgrund verschiedenster Erkrankungen.

Und bitte beachten Sie: Genau wie beim Mensch in unserer Zivilisation ist leider auch die Mehrzahl der Hunde übergewichtig! Viele Hunde kennen kein für sie angemessenes „Sättigungsgefühl“. Das haben sie eben doch noch mit dem Raubtier gemein, welches eben oft auf Vorrat fressen muss, da es nicht täglich Beute macht. Der Hund muss nicht einmal jagen und er bekommt jeden Tag ausreichend Futter, so dass er sich nicht „satt“ fressen muss. Die Rippen sollten immer leicht zu ertasten sein und auch ein Hund hat eine Taille, wenn er nicht übergewichtig ist.